Neues für Geocacher von der IWA Outdoor Classics Messe 2026


Die IWA (Internationale Waffen-Ausstellung, seit 1974) war und ist eine der wichtigsten Fachmessen für zivile Waffen, insbesondere für den Vertrieb in Europa. Seit einigen Jahren trägt die Messe in Nürnberg auch den Beinamen "Outdoor Classics", um darauf hinzudeuten, dass es neben Waffen auch Produkte für den Outdoor-Bereich zu sehen gibt.

Im Outdoor-Segment findet sich, was uns Geocacher interessiert: Navigationsgeräte, Taschenlampen, Taschenmesser und Multi-Tools, Camping-Zubehör, Outdoor-Kleidung und Schuhe.

Nichtsdestotrotz ist die IWA Outdoor Classics eine geschlossene Messe für Fachbesucher, das heißt in erster Linie Händler, die sich über Produkte informieren und Geschäfte anbahnen möchten. Deswegen darf leider auch nicht jeder auf die IWA.

Also bin ich für euch einmal über die Messe geschlendert und habe mich bei den einschlägigen Herstellern umgeschaut, wie es so mit neuen Produkten für Geocacher ausschaut und in Halle 4 bin ich auch fündig geworden. Allein in dieser Halle gibt es hunderte von Ausstellern, die Messer, Bekleidung, Outdoorbedarf und Jagdzubehör anbieten. Ich habe einen ganzen Messetag nur in der Halle 4 zugebracht, weil es so viele interessante Dinge dort zu sehen gab.

Taschenmesser und Multi-Tools


Die Halle 4 ist ein wahres Paradies für jeden Messersammler. Hier findet man sicher Zigtausende von Messern ausgestellt, von klein bis groß, von günstig aus Fernost bis zu Hochqualitätsmesser Made in Germany, von zweckmäßig bis edel mit besonderen Hölzern, Einlagen oder Damast-Klingen. Für alle Zwecke und jeden Geschmack ist etwas zu finden.

Die schönsten Exemplare sind in der "Blade Demo Area" ausgestellt und treten einen Wettstreit um die Gunst der Besucher an. Hier kann man seine Stimme für das Messer, das einem persönlich am besten gefällt abgeben. Und es sind wirklich ein paar Schönheiten dabei. Wahrscheinlich unbezahlbar, aber wunderschön. Hier bewegen wir uns aber dann auch schon langsam weg von Gebrauchs- und hin zu Kunstobjekten.


Man findet aber auch außergewöhnliche Messer auf der Messe. Midgards Messer fertigt zum Beispiel sehr hochqualitative Messer mit einer hohen Fertigungspräzision. Der Klingengang ist bei manchen Messern so geschmeidig, dass es ein Vergnügen ist, einfach nur damit herumzuspielen und es auf- und zuzuklappen. Zugleich gibt es einige außergewöhnliche Exemplare, die vielleicht nicht ganz so alltagstauglich sind. Aber in jedem Fall etwas Besonderes.

Aber auch wer einen edlen, dünnen Gentleman-Folder sucht, mit edlen Materialien oder extra schmal und leicht mit Carbon-Fasern, findet einige Exemplare dieser Gattung auf der Messe. Dass der Preis entsprechend ist, muss einem aber klar sein.

Bitte denkt auch an die restriktiven Waffengesetze bezüglich Messer in Deutschland, bevor ihr eines kauft oder bestellt. Grundsätzlich gilt, dass man nicht mit allen kaufbaren Messern draussen herumlaufen darf. Vereinfacht gesagt, darf man nur Messer mit feststehenden Klinge bis 12 cm und Klappmesser, die nur zweihändig zu öffnen sind, außerhalb der eigenen Wohnung sich sich führen. Sogenannte "Einhandmesser", die mit nur einer Hand zu öffnen sind und deren Klinge feststellbar ist (z. B. durch einen Liner Lock) müssen ebenfalls zuhause bleiben. Ausnahmen vom Führungsverbot gibt es nur bei einem berechtigten Zweck oder einem "allgemein anerkannten Zweck". In § 42a des Waffengesetzes (WaffG) steht das genauer. Bei den neu eingeführten "Waffenverbotszonen" gelten wieder ganz andere, noch viel schärfere Regeln.

Meiner Meinung nach (ohne Gewähr, keine Rechtsberatung) ist es legitim, wenn ihr ein Einhandmesser beim T5-Klettern mitnehmt, um euch im Notfall auch einhändig selbst vom Seil befreien zu können, falls sich dieses schlimmstenfalls irgendwie auf dumme Weise um euren Hals geschlungen hat und ihr droht zu ersticken. Davon müsst ihr dann aber auch gegebenenfalls den Polizisten überzeugen, der meint, euer Einhandmesser erst einmal sicherstellen zu müssen.

Besser ist dann vielleicht, sich ein vorne stumpfes Rescue-Tool zuzulegen, welches an der Seite unter der Spitze eine halbkreisförmige Öffnung mit innenliegender Schneide hat. Das ist ähnlich einem Gurtschneide-Tool, nur mit größerer Öffnung entsprechend dem Seildurchmesser. Damit kann man niemanden verletzen und es ist vielleicht sogar einfacher damit, ein Seil durchgeschneiden, weil man es eher "einfängt" als das mit einer glatten Klinge zu versuchen.


Doch kommen wir zurück zum Thema Messer für Geocacher. Am Stand des chinesischen Herstellers Roxon bin ich auf eine pfiffige Idee getroffen. Unter dem Motto "Build your own Multi-Tool" kann man sich sein eigenes kleines Taschenmesser mit auswählbaren Funktionen selbst zusammenstellen.

Das "Multi Function Tool S503" in etwa der Größe eines Schweizer Taschenmessers (90 x 24 x 23 mm) dürfte gut in der Hosentasche Platz finden. Zwischen den G10-Griffschalen, die es in sechs Farben gibt, finden exakt fünf Funktions-Einsätze Platz, die man selbst nach seinen Bedürfnissen wählen kann.


Die Qualität des Messers und der Klingen ist gut. Alle Tools lassen sind feststellen und der Stahl ist von angemessen guter Qualität, die Klinge zum Beispiel ist aus D2-Stahl. Die Gängigkeit des Öffnungsmechanismus ist ebenfalls gut. Das Tools macht einen soliden Eindruck auf mich. Der Preis fertig zusammengestellt liegt bei etwa 54 Euro.

Es gibt ingesamt über 50 austauschbare Einsätze, auch für größere Multi-Tools von Roxon. Falls ihr solch ein Multi-Tool zulegen und die Tools selbst zusammenstellen wollt, schaut bitte in den Amazon-Beschreibungen, dass ihr die richtigen für das richtige Tool erwischt.


Ein weiterer chinesischer Hersteller von Multitools ist NexTool. Ich hatte das Modell "19 in 1" von denen auf der Messe in der Hand und war mit der Qualität und Gängigkeit der Tools durchaus zufrieden. Diese Tool kostet ca. 62 Euro auf amazon.

NextTool hat aber auch noch andere und auch günstigere Modelle im Angebot, die ich mir allerdings nicht näher angeschaut habe.

Taschenlampen

In keiner Cacher-Grundausrüstung (CGA) darf die Taschenlampe fehlen. Hier kann man zwei Wege gehen. Der erste Weg ist der, viele spezielle Taschenlampen zu kaufen und dann eventuell je nach Bedarf und Nachtcache mitzuführen: Mit vielen Spezial-TaschenlampeN ist man bestmöglich gerüstet, aber das geht auch schnell ins Geld, nicht zu vergessen, das man das ganze Equipment auch stundenlang mit sich herum schleppen muss.

Zudem stellt sich die Akku-Frage: AA-Batterien / NiMH-Akkus (eneloop, IKEA Ladda etc.) wie im GPS-Gerät, um nicht mehrere Arten Ersatz-Akkus mitnehmen zu müssen. Oder 18650er, also Li-Ion-Akkus, die mehr Leistung haben und mit denen richtig helles Licht erst möglich ist.

Die Akku-Frage stellt sich eher nicht beim Beschreiten des zweiten Wegs: dem Kauf einer All-in-One-Taschenlampe, die alles hat: weißes helles Licht und UV-Licht in einem, vielleicht sogar auch noch mit integriertem Laser-Pointer.

Apropos Akkus: Auf der Messe habe ich gemerkt, dass es weg geht von AA-Zellen, also normalen Batterien, wie man sie im Supermarkt bekommt. Und auch die 18650er scheinen langsam abgelöst zu werden durch noch leistungsstarke 21700er mit noch mehr Power für noch helleres Licht. Hier gleicht mal eine Warnung vorweg: Anders als die 18650-Zellen sind die 21700-Zellen nicht zwingend untereinander kompatibel. Bei Nitecore habe ich 21700er gesehen mit beiden Polen an einem Ende und bei Fenix dann welche mit jeweils einem Pol an einem Ende. Da sollte man vor dem Ersatz-Akkukauf besser zweimal hinschauen, bevor mal das falsche erwischt.


Am Stand von Nitecore merkt man schnell, wie sehr das Unternehmen gewachsen ist.

Als ich 2011 meine Nitecore TM11 gekauft habe, gab es nur ein paar spezialisierte Taschenlampen.

Mittlerweile hat Nitecore eine breite Auswahl an Taschenlampen, Akkus, Ladegeräten, Powerbanks und sogar Mini-Gebläsen oder Moskito Vertreibern.


Die neuen taktischen Taschenlampen von Nitecore setzen, je nach Formfaktor, auf Akkus der Größe 21700 (70mm lang, ca. 5000 mAh, 3.7V) oder 14500 (50mm lang = AA-Größe, ca. 1100 mAh, 3.7V). Viele Taschenlampen-Modell können die Zelle über einen USB-C-Port direkt in der Taschenlampe geladen werden.

Im Notfall kann man statt einer 14500-Zelle auch eine gewöhnliche "Supermarkt-Batterie" AA benutzen, dann wird allerdings die Lichtausbeute geringer sein. Wenn man Pech hat, geht die Taschenlampe gar nicht an. Und man sollte es bei AA-Zellen tunlichst unterlassen, ein USB-C-Kabel einzustecken, weil gewöhnliche Batterien nicht geladen werden können. Auch nicht bei NiMH-Batterie wie bei eneloops, weil diese ganz andere Ladespannungen benötigen. Eneloops geben ca. 1.2 bis 1.3 Volt ab, 14500 3.6 bis 4.2 Volt!

Die neuen Nitecore-Thrower P27iX und P17iX nutzen eine 21700-Zelle (über USB-C direkt ladbar)und spucken bis zu 5000 Lumen aus, leuchten bis 430 Meter weit und halten dank des großen 21700er-Akkus wohl auch relativ lange durch.

Die kleineren, mit einer oder zwei 14500-Zellen (nicht in der Taschenlampe selbst ladbar) betriebenen Modelle MT1A Pro und MT2A Pro schaffen immerhin auch noch 800 bzw. 100 Lumen. Diese laufen auch mit einer bzw. zwei AA-Zellen.

Die Spezial-Taschenlampen, die Nitecore bekannt gemacht haben, wie die Tiny Monster mit bis zu 20'000 Lumen gibt es natürlich immer noch zu kaufen.


Und auch viele leichte Stirnlampenmodelle werden von Nitecore angeboten. Sei es für den Sport, zum Gassi gehen, zum Wandern, Nachtwandern oder natürlich dem Geocachen.

Je nachdem, wieviel Lichtleistung man als Geocacher braucht, was wieder davon abhängt, ob man einen extra Thrower zum Reflektor-suchen dabei hat, finde ich folgende Modelle mit 18650-Akku empfehlenswert: NU40 (116g, bis 1000 Lumen, ca. 60€), NU45 (126g, bis 1700 Lumen, ca. 73€), NU53 (151g, bis 1800 Lumen, ca. 89€).


Auch für in China hergestellte Taschenlampen mit guter Qualität bekannt ist Fenix. Meine erste Fenix war eine L2D mit Cree Q5-LED, damals einer der hellsten LED-Chips. Diese funktioniert immer noch, obwohl sie viel durchmachen musste. Und auch meine Fenix HL50 liebe ich nach wie vor. Sie ist klein, kompakt und es ist erstaunlich, wie viel Licht die HL50 aus einer einzigen AA-Batterie holt.

Seitdem hat sich eine Menge getan. Auch Fenix setzt zunehmend auf 21700er-Zellen bei ihren leistungsstarken Lampe. Hier nochmal die Anmerkung, dass nicht alle 21700-Zelle miteinander kompatibel sind.

Aber auch heute noch gibt es bei Fenix AA / 14500 - kompatible Taschenlampen zu kaufen, so man noch auf diesen Akkutyp setzen möchte. Die Stirnlampe Fenix HM23 V2.0 bringt bis zu 300 Lumen mit einer AA-Batterie. Sie ist inklusive Batterie 86g leicht. Sie kostet etwa 48€. Für 14500er ist die HM23 V2 nicht ausgelegt.

Freunde des 18650-Formats finden ihre Fenix Headlamp unter den Modellbezeichnungen HM60R V2 (ca. 173 g, bis 1600 Lumen, plus Rotlicht, ca. 90€), HM61R V2 (ca. 152 g, bis 1600 Lumen, plus Rotlicht, ca. 82€), HM65R-T V2.0 (ca. 152 g, bis 1600 Lumen kaltweiß, bis 800 Lumen warmweiß, ca. 100€).


In Kombi-Taschenlampen, also Normalweiß und UV in einer Lampe, ist Fenix stark und hat ein paar Optionen im Angebot.

Sehr leistungsstark ist die TK35R. Sie kann normalweißes Licht bis 5800 Lumen werfen, der UV-Modus hat bis zu 3 Watt Output. Allerdings hat die TK35R auch einen stolzen Preis: 212 Euro. Sie ist 15.4 cm lang, 4.3 cm breit und wiegt ca. 342 g.

Sie wird mit zwei mitgelieferten 18650-Li-Ion-Akkus betrieben. Das Gehäuse ist an den Stellen, wo die Akkus sitzen flacher. Die Akkus können in der Taschenlampe verbleibend über USB-C aufgeladen werden.



Da ist die Fenix E06R vielleicht eher was für kleinere Taschen und Geldbeutel. Die kostet zwar immer noch ca. 65 Euro, hat aber auch Weißlicht, UV-Licht und sogar einen kleinen, roten Laser-Pointer. Immerhin schafft sie bis 700 Lumen, allerdings ist der Akku fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Selbstverständlich kann man den Akku in der Taschenlampe aufladen, über USB-C.

Mit nur 69 x 29 x 16 mm Abmessungen ist die Taschenlampe ein kleiner Alleskönner, den man immer dabei haben kann. Ideal für den Geocacher, der eine Taschenlampe immer dabei haben will und nicht erst nach Hause will, um sein Equipment zu holen. Denn dann ist vielleicht schon der FTF weg.

Es gibt übrigens auch eine leistungsstärkere Version, die Fenix E06R Pro. Die ist dann etwas größer, schwerer und kostet derzeit ca. 75 € im Fenix Shop.

Die Fenix E06R Pro bringt es auf bis zu 1600 Lumen Weißlicht Im Turbo-Modus. Der "Moonlight"-Modus hat nur 5 Lumen, damit es beim Loggen nicht blendet. Die UV-LED hat eine Leistung von 1.3 W. Der Laser hat unter 0.39 mW Leistung bei einer Wellenlänge von 650 nm (rot).

Der Akku ist ebenfalls fest verbaut, hat 1650 mAh und kann über USB-C geladen werden. Die Abmessung der Pro sind 123 x 31 x 19 mm und sie bringt 104 g auf die Waage.


Auf der Messe habe ich noch eine tolle Kombi-Taschenlampe ausgemacht, die viel für ihren Preis von 55 Euro bietet, die Acebeam K1.

Diese kleine Taschenlampe wird mit einer 14500-Zelle betrieben und schafft dann 1000 Lumen. Sie kann auch notfalls mit einer normale AA-Alkaline betrieben werden, dann ist die maximale Helligkeit aber niedriger. Zudem hat sie ein starkes UV-Licht (365 nm) und als Goodie noch einen grünen Laser-Pointer, der wirklich gut zu sehen ist.

Den Modus wählt man einfach durch drehen des Lampenkopfes. Es ist eine Cree Marken-LED verbaut und der Akku kann über USB-C aufgeladen werden (nur 14500!).

Die Taschenlampe ist entsprechend des 14500 Akkus relativ klein und nur 11cm lang. Außerdem wiegt sie nur 77g. Also auch eine EDC, also "Immer Dabei"-Lampe.


Und natürlich war auch wieder Ledlenser mit seinem Taschenlampenangebot auf der IWA vertreten.

Auch Ledlenser bietet Stirnlampen und Taschenlampen für allerlei Zwecke an. Die Qualität von Ledlenser Produkten steht außer Frage. Meist sind sie aber ein klein bisschen teurer und die Angebotsvielfalt ist nicht ganz so groß wie bei der Konkurrenz aus China. Dafür hat man "Engineering in Germany" aus Solingen.

Gerade behördliche Einsatzkräfte aus Deutschland wissen zu schätzen, dass Ledlenser ein auf ihren Bedarf zugeschnittenes Angebot hat.


(Nachtrag 2026-03-02): Da ich am ersten Tag von der Messe noch nicht alles gesehen hatte, war ich am Sonntag, dem letzten Messe-Tag, noch einmal unterwegs und habe doch wirklich noch einen Tausendsassa an Taschenlampe entdeckt. Die ideale Teil als EDC (Every Day Carry, Immer-Dabei-Lampe) für Geocacher, allerdings zu einem gewissen Preis, inklusive Versand kostet die Lampe rund 100 Euro.

Die RovyVon E10-LU hat ein starkes weißes Licht bis - für die Größe sehr beachtliche - 1700 Lumen, UV-Licht bis 3 Watt und einen grünen Laser.

Die bis zu 1700 Lumen Weißlicht holt die E10-LU aus zwei 14500-Akkus, die einzeln außerhalb des Gerätes per USB-C-Kabel aufgeladen werden können. Die E10-LU kann aber auch mit nur einer (oder zwei) AA-Alkaline aus dem Supermarkt mit 1.5V, AA-NiMH-Akkus wie eneloop mit 1.2V, oder nur einer 14500er mit 3.7V betrieben werden. Die Lichtausbeute ist dann entsprechend, zum Beispiel mit zwei 14500 sind das 1700 lm, und bei zwei eneloop-Akkus ca. 250 lm. Diese Vielseitigkeit bei der Batterie-Verwendung finde ich sehr praktisch. Geht das Licht zur Neige, kann man auf geringere "Notbeleuchtung" im Betrieb mit nur einer 14500er umrüsten und die zweite 14500er an einer Powerbank aufladen. Oder man besorgt sich AA-Alkaline-Batterien an der nächsten Tankstelle.

Die Licht-Stufen können mit Druck auf das Rändelrad durchgeschaltet werden: Doppelklick zum einschalten: die Lampe startet bei 5 lm, das blendet nicht beim Loggen, dann: 50, 300, 700, und 1700 Lumen. Die Lumenzahl wird über das informative OLED-Display angezeigt, genau wie die Batteriekapazität in Volt und Prozent. Auch kann man die Helligkeit in noch kleineren Stufen über das Rändelrad einstellen: z. B. 5, 135, 265, 390, 520, 650, 780, 910, 1035, 1165 und 1280 Lumen etc. Wobei sich der Mikrocontroller jederzeit je nach Batteriespannung und Wärmeentwicklung an der LED anpasst und andere Stufen wählt bzw. herunterreguliert. Das OLED hält einen über die aktuellen Lumen auf dem Laufenden.

1700 lm Weißlicht sind schon sehr hell. Soviel braucht man beim Geocachen normalerweise nicht. Ein richtiger Thrower ist die E10-LU bauartbedingt nicht, dazu bräuchte es einen noch tieferen Reflektor als der verbaute mit ca. 2 cm. Aber sie macht einen sehr guten Job: sie hat einen schönen gleichmäßig hellen, etwas breiteren Spot und einen Spill, der groß genug ist.

Ebenfalls hell (für UV) und mit 365 nm genau im richtigen Bereich, um Sicherheitsmerkmale auf Geldscheinen und Ausweisen zu prüfen - und natürlich für's Schwarzlich-Geocaching - ist die zweite LED mit UV. Sie ist 3 Watt stark und hat einen niedrigen sichtbaren Lichtanteil, sodass im Dunkeln nur die fluoreszierenden Dinge leuchten.

Der grüne Laser ist hell und weit sichtbar und hat eine extra Taste. Durch halten der Laser-Taste scheint er solange man die Taste drückt und mit Doppelklick kann man ihn auch dauerhaft einschalten. Ich bevorzuge ja grüne vor roten Lasern, weil man sie in der Ferne besser sehen kann und sie heller wirken.

Die E10-Lu wiegt 116 Gramm und misst 82 x 36 x 22 mm ohne Clip und liegt auch mit montiertem Clip gut in der Hand. Der Boden ist magnetisch. Die E10-LU ist größer, schwerer und teurer als die Fenix E06R, bietet aber auch mehr Leistung und die Möglichkeit, den Akku sehr vielseitig unterwegs zu wechseln.

Die Herstellungsqualität ist sehr gut und der Lampe fehlt nichts, was man sich als Geocacher wünschen würde. Klare Empfehlung für Leute, die bereit sind, rund 100 Euro für eine EDC-Taschenlampe auszugeben.

GPS-Geräte


Der Markt für Outdoor-GPS-Empfänger / Handgeräten für Endverbraucher wie Wanderer, Bergsteiger und Geocacher hat sich in den letzten Jahren verdichtet. Ehemals bekannte Hersteller wie Magellan, Falk oder Navigon haben diesen Markt verlassen.

Garmin war schon immer sehr beliebt unter Geocachern und Garmin war auch der einzige Stand, den ich bezüglich GPS-Geräten auf der IWA angetroffen habe. Mal abgesehen von einem italienischen Hersteller einer "Find my Dog"-GPS-Sende/Empfangskombination, die anmutet wie ein klassischen GPS-Handgerät. Das bietet aber keine Navigationsmöglichkeiten.


Und auch bei Garmin hat man das GPS-Handgeräte-Programm zusammengezogen. Das knuddlig-kleine Dakota und auch die ganzen Oregon Modelle (200, 300, 600, 700) sind Geschichte.

Die Oregon-Modellreihe war ideal für Geocacher und ich benutze mein Oregon 600 heute immer noch, nachdem ich es von der Gummi-Pest befreit habe, die einen weitere Gebrauch nahezu unmöglich gemacht hatte.

Das Handgeräte-Portfolio von Garmin ist mittlerweile übersichtlich geworden:

Auf dem Foto links: Garmin inReach mini 3 plus: Handgerät für Satelliten-Kommunikation, ca. 500 € UVP. Ein neues Produkt von Garmin, um Notrufe über Satellit mittels inReach abzusetzen. Dieses kleine Gerät hat keine Navigationsmöglichkeiten. InReach ist aber auch in manchen, neuen Garmin-GPS-Geräten verbaut.

Auf dem Foto das zweite von links ist das Garmin GPSMap H1 (Touch und Tasten), ab 650 € UVP; H1i Plus mit inReach ca. 1000 € UVP. Das ist sozusagen eine Kombination des klassischen GPSMap mit Tasten, aber zudem lässt sich das Gerät über einen kapazitiven Touch-Screen bedienen. Das ist natürlich eine tolle Sache: Zur Planung und Eingabe von Wegpunkten nutzt man Touch und wenn man was während der holprigen Fahrt einstellen muss, sei es mit Geländewagen oder auf dem Boot, dann benutzt man sicher die Tasten. Die sind auch intelligenterweise abgesetzt, so dass man bei täglichem Einsatz schnell verinnerlicht hat, wo welche Taste sitzt und das Gerät quasi blind bedienen kann. Das GPSMap H1 ist von der Größe noch okay. Der Preis ist nicht ohne. Es ist ein Akku verbaut, der im Gerät aufgeladen werden kann. Eine gute Wahl unter den neuen Geräten für Geocacher.

Auf dem Foto das dritte von links ist das neue Garmin eTrex Touch, ab ca. 450 € UVP; als eTrex SE ohne Touch und ohne Karten, aber mit Geocaching (ohne Karte, über Kompass) ca. 150 UVP. Das Gerät ist ein wenig kleiner und günstiger. Und es hat eine neue Benutzeroberfläche, die ich nicht so toll finde (dazu gleich mehr). Außerdem sind die Zeiten mit Notfall-Batterien der Größe AA von Supermarkt oder Tankstelle vorbei. Das eTrex Touch hat einen fest verbauten Akku, der über USB aufgeladen werden kann. Für den Notfall muss man eine Powerbank mitführen.
Von der Größe her liegt es zwischen dem alten Dakota und dem alten Oregon. Es liegt aber nicht so geschmeidig rund in der Hand wie die alten Geräten, was am Gehäuse liegt, das kantiger ausgefallen ist.

Auf dem Foto rechts ist das Garmin Montana 710, ab ca. 700 € UVP, mit inReach (710i) 850 € UVP, mit inReach und Kamera (760i) ca. 950 € UVP. Dies ist ein sehr schweres und auch großes Handgerät. Ich möchte es nicht stundenlang in der Hand halten, wie ich es mit meinem Oregon 600 getan habe. Das Oregon schmiegte sich sehr schön und rutschfest in die Hand, ich habe es nicht einmal fallen gelassen beim Gehen, in all den Jahren. Dafür hat das Montana natürlich ein vergleichsweise riesiges Display. Also mir ist es zu groß und der Preis ist mir auch zu hoch. Ich würde dem GPSMap H1 den Vorzug geben.

Nicht auf dem Bild ist das eTrex 22x, ab ca. 230 € UVP mit Joystick und Karten; eTrex 32x zusätzlich mit Höhenmesser und Kompass ca. 280 € UVP. Ich glaube, dieses Gerät hat keine Touchscreen-Navigation und man muss alles mit dem Joystick bedienen. Es ist eher ein Einsteigergerät. Es hat einen 2.2 Zoll kleines Display, also eher auf Niveau des alten Dakota. Pluspunkt ist die alte, runde Form, die super in der Hand liegt. Außerdem kann man die AA-Batterien noch "on the fly" wechseln.

Nicht auf dem Bild: Garmin GPSMap 65, ab ca. 400 € UVP, Handgerät von der Größe ähnlich wie GPSMap H1, aber ohne Touch; GPSMap 65s zusätzlich mit Höhenmesser und Kompass ca. 450 € UVP. Der GPSMap Klassiker mit Tasten, aber ohne Touchscreen-Bedienung. Und die macht das Leben doch leichter, wenn man häufig was in das Gerät eingeben muss. Um voraufgespielte Routen abzufahren reicht diese Nur-Tasten-Version aber vollkommen aus. Geocachern würde ich aber eher zum Garmin GPSMap H1 raten, was allerdings ca. 250 € UVP Aufpreis bedeutet.


Die neue Bedien-Oberfläche des eTrex Touch gefällt mir persönlich nicht. Man muss viel wischen, also zum Beispiel komplett von unten nach oben swipen, um ein (full-Screen-) Fenster zu schließen.

Dazu sitzt man am besten ruhig auf einem Stuhl an einem Tisch, hält das Gerät in der Hand, hat den Ellenbogen aufgestützt und wischt dann. Bei einer holprigen Autofahrt allerdings ist das völlig unangebracht. Das wird schnell zur Frustration, weil der Swipe mal wieder nicht geklappt hat, weil da ein Huckel in der Fahrbahn war.

Vielleicht gewöhnt man sich auch irgendwann daran, aber mir hat die neue Benutzeroberfläche keinen Spaß bereitet in den Minuten, wo ich sie ausprobiert habe. Auch habe ich einige Sachen gar nicht wiedergefunden, wie das Peilen.

Da sind wohl viele Sachen an andere Orte gewandert. Aber das war ja auch beim Oregon so, dass man am Anfang erst mal eine ganze Zeit lang rumprobieren musste, bis man wusste, wie der Hase lief und wo was einzustellen war. Ich schätze mal, das ist mit dem eTrex Touch auch so.


Nur: die neue Bedienoberfläche bringt auch keine Vorteile. Man muss immer noch wie bei der alten UI jede Ziffer einzeln, gegebenenfalls mit führenden Nullen, eingeben. Das ist eher von der Bedienung her wie das Programmieren eines Radioweckers und nicht wie das Bedienen einer Smartphone-App. Es fehlt hier und da der Komfort. Das war bei Garmin schon immer so, aber die Gelegenheit, das jetzt zu ändern, hat man verpasst.

Irgendwann nimmt man diese Art der Eingabe hin und man gewöhnt sich auch dran, aber zu Beginn ist es doch ein kleiner Kulturschock. Gerade wenn man verwöhnt von dem ist, was Smartphone-Apps so an Bedienkomfort an den Tag legen.

Ohne Frage macht Garmin mit die besten oder sogar die besten GPS-Handgeräte, aber trotzdem stellt sich die Frage: möchte man so viel Geld ausgeben oder reicht einem nicht doch das Smartphone? Führen wir uns nochmal die Vorteile eines dedizierten GPS-Handgerätes vor Augen: Aus der Zeit gefallen sind allerdings folgende, ursprünglichen Vorteilspunkte des GPS-Gerätes: Nachteile von GPS-Geräten gegenüber Smartphones: Die Hauptfragen, ob man sich ein GPS-Gerät neben dem Smartphone anschaffen soll, sind also nach dem persönlichen Bedürfnis zu stellen: Ich war immer ein wenig genervt vom Cachen mit dem Smartphone im Sommer, wohl weil ich vom Oregon und der guten Ablesbarkeit bei Sonnenschein verwöhnt bin. Der Umstand, dass mal bei Lab-Caches gezwungen ist, die Smartphone-App zu benutzen gab damals Punktabzug für diese Spielart und meiner Bewertung von Lab-Caches.

Schlusswort

Ich fand es auf der IWA 2026 sehr interessant und ich konnte auch viele Dinge im Bereich Outdoor finden, die interessant für uns Geocacher sind.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Messe gewähren, auch wenn ihr nicht selbst (Stichwort Fachmesse) die Messe besuchen könnt.



Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links