Informationen finden mit der Bild-Rückwärtssuche

Teile und herrsche... nach Einzelbildelementen suchen
Google Bilder Rückwärtssuche
Bilder Rückwärtssuche mit TinEye
Bilder Rückwärtssuche mit Yandex
Mehrfache Bilder Rückwärtssuche mit Dupli Checker
Wozu eine Rückwärtssuche noch gut sein kann


Was viele nicht wissen: Man kann in Google und Co. auch eine Grafik hochladen, um nach einem Bild zu suchen. Die Suchmaschine listet einem dann die Stellen im Internet auf, bei dem er das Bild (oder ähnliche) gefunden hat.

Leider findet die erste Rückwärtssuche nicht immer sofort das gesuchte Bild. Vielleicht ist das Bild ja speziell vom Owner erstellt und existiert sonst nirgends im Internet - oder auf einer zu unbekannten Seite, als dass diese indiziert wäre.

Vielleicht kennt aber auch der Owner den Trick mit der Rückwärtssuche und hat deswegen das Bild einfach gespiegelt. Ich kann mich gut an einen Cache erinnern, bei dem man Flugzeugtypen anhand von Fotos identifizieren sollte. Die Rückwärtssuche brachte dabei aber bei keinem der Flugzeuge der Treffer. Erst als ich das erste Bild speicherte, mit dem Bildbearbeitungsprogramm horizontal spiegelte und dann bei der Google Bildersuche hochlud, wurde die Suchmaschine fündig. Und die gefundene Seite listete dann auch noch fast alle gesuchten Flugzeuge hintereinander auf. Damit war das Mystery so gut wie gelöst. Wenn ihr also ein Foto mit Spiegelschrift seht, solltet ihr euch dran erinnern, dass man hier vor der Suche "zurück" spiegeln sollte.

Wenn ihr also in einem Mystery-Cache keinen Ansatzpunkt habt und das Listing ein Bild enthält, mit dem ihr nichts anzufangen wisst, dann ist es keine schlechte Idee, einfach mal nach dem Bild zu suchen. Vielleicht will der Owner damit ja einen Hinweis geben, beispielsweise mit einem Bild von Goethe auf eines seiner Gedichte. Wenn ihr nicht wisst, wer das sein soll auf dem Foto, dann wisst ihr es eventuell nach einer Rückwärtssuche.

Teile und herrsche... nach Einzelbildelementen suchen

Die Rückwärtssuchen stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Wie bereits erwähnt werden so gespiegelte Bilder nicht automatisch erkannt. Aber auch, wenn ein Bild aus mehreren Bild-Elemente arrangiert worden ist, tut sich die Rückwärtssuche schwer, das zu finden. Das liefert dann höchstens das Geocaching-Listing selbst zurück. Man muss schon nach den einzelnen Bildelementen selbst suchen, um seine Chancen zu erhöhen. Wenn man dann weiß, zu welchem Satz von Grafiken eine Einzelgrafik gehört, ist man schon viel weiter. Also zum Beispiel statt des drei mal zwei Briefmarkenblockes jede Briefmarke für sich ausschneiden und danach suchen.

Auch kann man so Geheimschriften finden, die man sonst nirgends findet. Man nimmt einen einzelnen Buchstaben und sucht nach dem. Dafür muss die Auflösung allerdings groß genug sein. Mit einer 10 mal 10 Pixel Grafik wird man wohl eher kein Glück haben.

Nehmen wir doch mal als Beispiel die Geheimschrift aus Mysterys lösen: Das Rätsel besteht aus fremden Schriftzeichen:

Hier steht jeder Vogel für einen Buchstaben und diese sind alle schön hintereinander aufgereiht. Die ganze Grafik mit den vielen Symbolen (Buchstaben) wird eine Rückwärtssuche aber nicht finden, darum greifen wir uns nur den ersten Buchstaben und schneiden ihn aus



und speichern ihn lokal auf der Festplatte als z. B. "test.jpg". Mit dem im Gepäck können wir dann auf die Suche gehen.

Google Bilder Rückwärtssuche

Am meisten Seiten und wohl auch Grafiken im Internet hat wohl Google in der Datenbank. Darum beginnen wir hier mit unserer ersten Suche. Die Bilder Rückwärtssuche ist ein klein wenig versteckt. Man gibt natürlich zuerst google.de in die Adresszeile des Browsers ein. Ganz oben rechts auf der Seite sollte da dann "Bilder" anklickbar sein. Alternativ gleich hier klicken. Dann erhält man eine alternative Google-Suchmaske:



und dann auf "Bild hochladen":



und danach auf Bild hochladen und in dem folgenden Dialog dann die gespeicherte "test.jpg" hochladen. Und nach kurzem Warten bekommen wir unsere Trefferliste:



Leider kein direkter Treffer. Aber wenigstens die Information, dass es sich bei dem Bild um einen Singvogel (song bird) handeln könnte. Darum müssen wir uns jetzt durch die "Optisch ähnlichen Bilder" wühlen.



Ein Klick auf die Vorschaugrafik bringt uns zu einer endlos scheinenden Liste von Grafiken von Schattenbildern von Vögel. Jetzt ist wieder Fleiß- und Scroll-Arbeit angesagt, um den richtigen Vogel zu finden. Dann diesen anklicken und sich auf der verlinkten Webseite die entsprechenden Informationen dazu holen.

Hat man kein Glück und wird nicht mit dem ersten Symbol fündig, nicht gleich aufgeben und das zweite Symbol, also den zweiten Vogel suchen.

Bilder Rückwärtssuche mit TinEye

Ein anderer Service für die Bilder Rückwärtssuche ist TinEye, was wohl soviel wie "Blechauge" heißen soll. Putziger Name.



Hier muss man auf "Upload" klicken, damit wir unsere "test.jpg" hochladen können, der gleiche Dialog. Gleich darauf erhalten wir auch unser Resultat:



Leider hat TinEye nichts gefunden. TinEye findet auch im allgemeinen nicht so viel wie Google, man sollte dem Blechauge aber eine Chance geben, denn ich hatte schon Bilder, die ich mit TinEye gefunden habe, die Google nicht kannte.

Bilder Rückwärtssuche mit Yandex

Die Rückwärtssuche von Yandex, einer Suchmaschine unter russisch-niederländischer Führung, ist sehr gut und sozusagen mein Geheimtipp.



Auch hier müssen wir zuerst auf den kleinen Fotoapparat klicken und dann auf das gelbe "Select file", um unser "test.jpg" hochzuladen. Nach einer kurzen Wartezeit erhalten wir dann unsere Ergebnisliste, ähnlich wie bei Google.



Scheinbar hat Yandex hier auch die horizontale Linie erkannt und zeigt mehr Bilder mit einer solchen Linie an, was uns die Arbeit erleichtert. Das Bild selbst finde ich zwar nicht direkt, dafür aber desöfteren den Namen "Birds on a wire", was zufälligerweise auch der Name der Geheimschrift ist.

Mehrfache Bilder Rückwärtssuche mit Dupli Checker

Die Bilder Rückwärtssuche von Dupli Checker ist sozusagen ein Meta-Suchmaschine. Weniger bekannt und eigentlich dafür da, Plagiate aufzudecken und herauszufinden, was in einer Arbeit von wo - ähhh "ausgeborgt" - wurde.



Auch hier wieder auf "Upload" klicken, um nach unserem "test.jpg" zu suchen. Dann wird das Bild noch einmal angezeigt und wir klicken auf den blauen Button "Search Similar Image". Jetzt erscheint eine ganze Liste von Suchmaschinen, die eine Rückwärtssuche anbieten. Diese ist Stand September 2021: Der Vorteil hier: die Mannschaft von Dupli Checker wird - so nehme ich an - den Markt für die Bilder Rückwärtssuchen stets im Auge behalten und wenn er was neues gibt, in die obige Liste integrieren, so dass uns wahrscheinlich nicht entgeht, falls eine neue lohnenswerte Suchmethode dazu gekommen ist.

Wozu eine Rückwärtssuche noch gut sein kann

Unterschiede erkennen

Außer dafür, genau ein Bild wiederzufinden, welches uns dann im Rätsel weiterbringt, kann auch ein ganz ähnliches Bild die Lösung sein. Nehmen wir an, in einem Rätsel ist ein Gemälde, dass wir nicht kennen. Per Rückwärtssuche finden wir genau dieses Gemälde in der Wikipedia. Genau das gleiche Bild mit den gleichen Abmessungen. Erste Aktion sollte sein, das Wiki-Bild (das Original) herunterzuladen und einen Hash dafür errechnen zu lassen. Für zum Beispiel MD5 oder SHA1 gibt es zahlreiche Command Line Tools für Windows und Linux. Den vergleichen wir mit dem Hash unseres Cache-Bildes (der Fälschung?) und sehen, dass sich die Hashes unterscheiden. Das heißt, die beiden Bilder sehen zwar gleich aus, sind es aber nicht.

Dann liegt es nahe, diese beiden Bilder in zwei Ebenen in einem Bildbearbeitungsprogramm übereinanderzulegen und mit der Differenz-Funktion zu verknüpfen. Damit werden die Pixel sichtbar, die sich in den beiden Bildern unterscheiden. Vielleicht steht da ja mit diesen Pixeln etwas lesbares geschrieben? Oder zumindest könnte es ein Hinweis darauf sein, dass hier etwas mittels Steganografie versteckt wurde. Dazu gibt es einen eigenen Artikel Mysterys lösen: Es wurde etwas mittels Steganografie versteckt.

Zufallsfunde entdecken

Manche Mysterys sind auf eigene Webseiten des Owners ausgelagert und man findet nur eine Start-URL im Listing. Hier sind dann meist mehrere, hintereinander geschaltete Rätsel zu lösen, die einen von einer Webseite zur nächsten bringen. Die sind entweder mit wechselden Passwörtern (den Lösungsworten) gesichert oder aber man bastelt sich aus den Lösungen eine neue URL zusammen, bei der es dann weitergeht.

Was mir hier schon vorgekommen ist: Der Owner hat den Content nicht gegen die Indizierung von Google geschützt und der Google Crawler ist irgendwann mal über die Webseite gerumpelt. Und Google vergisst nicht so schnell. Wenn jetzt ein Bild bei Rätsel 1 und bei Rätsel 3 und 5 Verwendung findet, und ich nach dem Bild aus Rätsel 1 suche, dann liefert die Rückwärtssuche auch die Seiten-URLs von Rätsel 3 und 5 in der Ergebnismenge. Damit kann man prima abkürzen.

Das bringt einen zwar um den Rätselspaß, aber wenn es partout nicht weiter geht ist es vielleicht besser, ein Rätsel zu überspringen, als ganz aufzugeben. Statt mit Bildern funktioniert die Methode auch mit wiederkehrenden Phrasen. Der Zusatz "site:ownerseite.de" bei Google liefert dann nur Seiten des Owners. Aber meist legt man es nicht bewusst darauf an und findet eine weitere Seitenreferenz, weil man allgemein nach einem Bild oder Text gesucht hat. So einen Glücksfund sollte man dann doch nicht ignorieren.